Zahlungs­erinnerung und Mahnung: Vorlage und Text

Drei Texte zum Kopieren – Zahlungserinnerung, Mahnung, letzte Mahnung – und was Sie in Österreich verlangen dürfen: Verzugszinsen, Mahnspesen, die Pauschale unter Unternehmern.

Rechnung jetzt erstellen

Öffnet den Rechnungsgenerator – kostenlos, ohne Anmeldung.

ATÖsterreich · §§ 1000, 1333 ABGB, §§ 456, 458 UGB

Stand: . Diese Übersicht ersetzt keine Steuerberatung. So prüfen wir unsere Inhalte.

Das Wichtigste in Kürze

  • 4 %pro Jahr Gesetzliche Verzugszinsen gegenüber Privatkunden, wenn nichts anderes vereinbart ist (§ 1000 ABGB).
  • 10,73 %pro Jahr Zwischen Unternehmern: 9,2 %-Punkte über dem Basiszinssatz (1,53 % am 1. Juli 2026), § 456 UGB.
  • 40 € Pauschale für Betreibungskosten, die ein Unternehmer von einem anderen bei Zahlungsverzug verlangen kann (§ 458 UGB).

Erinnerung, Mahnung, letzte Mahnung

Wie oft Sie mahnen, schreibt das Gesetz nicht vor, und eine bestimmte Form auch nicht – eine E-Mail genügt, wenn Sie sie nachweisen können. Ist ein Zahlungstermin vereinbart, gerät der Kunde mit dessen Ablauf in Verzug, auch ohne Mahnung. Ohne Termin setzt erst Ihre Aufforderung eine klare Frist; deshalb gehört das Zahlungsziel auf die Rechnung.

Üblich sind drei Stufen, jede mit einer neuen, kurzen Frist:

  • Zahlungserinnerung einige Tage nach der Fälligkeit: freundlich, ohne Vorwurf, mit der Rechnung im Anhang.
  • Mahnung nach Ablauf dieser Frist: bestimmt, mit Hinweis auf den Verzug.
  • Letzte Mahnung: mit den aufgelaufenen Zinsen und Kosten und dem angekündigten nächsten Schritt – Inkasso, Anwalt oder Mahnklage.

Vorlagen zum Kopieren

Ersetzen Sie die markierten Stellen in eckigen Klammern. Der Text wird nur in Ihre Zwischenablage kopiert, nichts wird übertragen.

1. Zahlungserinnerung
Betreff: Zahlungserinnerung – Rechnung Nr. [Rechnungsnummer] vom [Rechnungsdatum]

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielleicht ist es Ihnen im Tagesgeschäft entgangen: Für unsere Rechnung Nr. [Rechnungsnummer] vom [Rechnungsdatum] über [Betrag] € konnten wir bis zum Fälligkeitstag [Fälligkeitsdatum] noch keinen Zahlungseingang feststellen.

Bitte überweisen Sie den Betrag bis [Datum in 7 Tagen] auf unser Konto:
IBAN [IBAN], Verwendungszweck: [Rechnungsnummer]

Die Rechnung finden Sie zur Sicherheit noch einmal im Anhang. Sollten Sie den Betrag in den letzten Tagen bereits überwiesen haben, betrachten Sie dieses Schreiben bitte als gegenstandslos.

Freundliche Grüße
[Name, Firma]

2. Mahnung
Betreff: Mahnung – Rechnung Nr. [Rechnungsnummer] vom [Rechnungsdatum]

Sehr geehrte Damen und Herren,

trotz unserer Zahlungserinnerung vom [Datum der Erinnerung] ist unsere Rechnung Nr. [Rechnungsnummer] vom [Rechnungsdatum] über [Betrag] € weiterhin offen. Sie war am [Fälligkeitsdatum] fällig.

Bitte überweisen Sie den offenen Betrag bis spätestens [Datum in 10 Tagen] auf unser Konto IBAN [IBAN], Verwendungszweck: [Rechnungsnummer].

Die Zahlungsfrist ist am [Fälligkeitsdatum] abgelaufen; seither sind Sie mit der Zahlung in Verzug. Wir behalten uns vor, Verzugszinsen in gesetzlicher Höhe [gegenüber Unternehmern: und die Pauschale von 40 € nach § 458 UGB] zu verrechnen.

Sollten Sie den Betrag in den letzten Tagen bereits überwiesen haben, betrachten Sie dieses Schreiben bitte als gegenstandslos.

Freundliche Grüße
[Name, Firma]

3. Letzte Mahnung
Betreff: Letzte Mahnung – Rechnung Nr. [Rechnungsnummer] vom [Rechnungsdatum]

Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Rechnung Nr. [Rechnungsnummer] vom [Rechnungsdatum] ist trotz Zahlungserinnerung vom [Datum] und Mahnung vom [Datum] noch immer nicht bezahlt.

Offener Rechnungsbetrag: [Betrag] €
Verzugszinsen [Zinssatz] % p. a. ab [Tag nach der Fälligkeit]: [Zinsbetrag] €
[gegenüber Unternehmern: Pauschale nach § 458 UGB: 40 €]
Gesamtbetrag: [Gesamtbetrag] €

Bitte überweisen Sie den Gesamtbetrag bis spätestens [Datum in 7 Tagen] auf unser Konto IBAN [IBAN]. Geht die Zahlung bis dahin nicht ein, übergeben wir die Forderung ohne weitere Ankündigung [einem Inkassobüro / unserer Rechtsanwältin] oder bringen eine Mahnklage bei Gericht ein. Die notwendigen Kosten dafür haben Sie zu ersetzen.

Freundliche Grüße
[Name, Firma]

Verzugszinsen

Wer eine Geldschuld zu spät zahlt, schuldet die gesetzlichen Zinsen (§ 1333 Abs. 1 ABGB): 4 % pro Jahr, wenn nichts anderes vereinbart ist (§ 1000 Abs. 1 ABGB). Zwischen Unternehmern sind es 9,2 %-Punkte über dem Basiszinssatz der Oesterreichischen Nationalbank (§ 456 UGB), soweit der Schuldner für die Verzögerung verantwortlich ist; sonst ebenfalls 4 %.

Maßgeblich ist der Basiszinssatz, der am ersten Kalendertag eines Halbjahres gilt, für das ganze Halbjahr. Am 1. Juli 2026 waren das 1,53 % – für Verzug ab diesem Tag also 10,73 % pro Jahr. Seit 16. September 2026 beträgt der Basiszinssatz 2,03 %; ab 1. Jänner 2027 ist er maßgeblich, wenn er bis dahin gilt.

Beispiel: 2.400,00 € werden 30 Tage zu spät bezahlt (taggenau gerechnet, 30/365):

  • an einen Privatkunden: 2.400,00 € × 4 % × 30/365 = 7,89 €
  • an ein Unternehmen im Halbjahr ab 1. Juli 2026: 2.400,00 € × 10,73 % × 30/365 = 21,17 €

Mahnspesen und Inkasso

Neben den Zinsen kann der Gläubiger den Ersatz anderer Schäden verlangen, die der Schuldner verschuldet hat – insbesondere die notwendigen Kosten zweckentsprechender außergerichtlicher Betreibungs- oder Einbringungsmaßnahmen, soweit sie in einem angemessenen Verhältnis zur Forderung stehen (§ 1333 Abs. 2 ABGB). Eine feste Mahngebühr gegenüber Privatkunden gibt es nicht; verrechnen Sie nur, was angemessen ist.

Zwischen Unternehmern dürfen Sie bei Zahlungsverzug zusätzlich pauschal 40 € als Entschädigung für Betreibungskosten verlangen (§ 458 UGB). Höhere Kosten, etwa für ein Inkassobüro, richten sich wieder nach § 1333 Abs. 2 ABGB.

Wenn trotzdem nicht bezahlt wird

Für Geldforderungen bis 75.000 € gibt es das gerichtliche Mahnverfahren: Auf Ihre Mahnklage erlässt das Gericht ohne Verhandlung einen bedingten Zahlungsbefehl. Erhebt der Schuldner nicht innerhalb von vier Wochen Einspruch, wird er rechtskräftig, und Sie können Exekution führen. Warten Sie nicht zu lange: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verjähren in der Regel nach 3 Jahren (§ 1486 ABGB).

Häufige Fragen

Ist eine Mahnung per E-Mail gültig?

Ja, eine bestimmte Form ist nicht vorgeschrieben. Heben Sie die E-Mail mit Datum auf; bei der letzten Mahnung ist ein eingeschriebener Brief ein sicherer Nachweis.

Wie viele Mahnungen muss ich schicken, bevor ich klage?

Keine bestimmte Anzahl. Eine Erinnerung und eine letzte Mahnung mit Frist sind üblich und zeigen, dass Sie dem Kunden Gelegenheit zur Zahlung gegeben haben.

Ab wann darf ich Verzugszinsen verlangen?

Ab dem Tag nach der Fälligkeit, also ab Beginn des Verzugs – nicht erst ab der Mahnung, wenn ein Zahlungstermin vereinbart war.

Kann ich mit dem Generator eine Mahnung als PDF erstellen?

Noch nicht: Der Generator erstellt Rechnungen. Für die Mahnung kopieren Sie eine der Vorlagen in Ihr E-Mail-Programm oder Ihre Textverarbeitung und hängen die Rechnung an.

Quellen

Was auf eine Rechnung gehört